Ich schreib mal hier in ein neues Thema, was meine Nachforschungen zum Boostsensor ergeben haben. Dann kann es auch gefunden werden, falls mal jemand danach sucht.
Bekanntlich sendet der Boostsensor, der im Werkstatthandbuch als Lastsensor bezeichnet wird, ein Signal an die CDI. Dieses Signal soll eine Zündverstellung bewirken. Die CDI kann dieses Signal natürlich nur richtig auswerten, wenn der Senor richtig funktioniert.
Leider ist im Werkstatthandbuch nur ein Testverfahren beschrieben, welches die Widerstände der drei Anschlussklemmen beschreibt. Dieses Verfahren führte ich bei zwei Sensoren durch und stellte fest, dass alle gemessenen Werte im Soll liegen:
Im Detail sah das so aus:
1. Mein bisher verbauter Lastsenor (blaue Markierung)
| Klemme | 1 | 2 | 3 |
| 1 | --- | 1,878 | 4,270 |
| 2 | 1,878 | --- | 2,403 |
| 3 | 4,269 | 2,404 | --- |
2. Ein zweiter Lastsensor (gelbe Markierung)
| Klemme | 1 | 2 | 3 |
| 1 | --- | 1,779 | 4,162 |
| 2 | 1,778 | --- | 2,395 |
| 3 | 4,161 | 2,395 | --- |
So weit langweilig ![]()
Nun ist es so, dass das Signal des Boostsensors in der Software der IgniTech-Zündbox sichtbar gemacht wird und bei einem bestimmten Unterdruck (in kPa) ein bestimmtes Signal (in mV) ablesbar ist. So stellte ich fest, dass sich dieses Signal bei mir trotz unterschiedlicher Drehzahlen kein bisschen verändert, was mich wunderte.
Ich fragte deshalb bei der Firma Ignitech nach, woran das liegen kann und bekam als Antwort eine mir bislang unbekannte Prüfanleitung, die aus einem anderen Kawasaki Werkstatthandbuch zu stammen scheint (vielleicht von der ZRX100, die denselben Sensor verbaut haben soll, wie die Zephyr).
(Ich würde die Skizze hier einfügen, weiß aber nicht, ob ich das darf
. Wer sie braucht kann mir ja schreiben, es sei denn die Moderatoren sagen, dass ich es doch hier einstellen darf?)
Jedenfalls wird dort einerseits darauf hingewiesen, dass der Anschlussnippel des Unterdruckanschlusses sauber sein muss (was ja logisch ist) und andererseits gibt es einen kleinen Prüfaufbau, der das Ausgangssignal misst, welches dann zwischen 2,95 und 3,05 Volt liegen sollte. Liegt der Wert außerhalb der Toleranz, macht die CDI vermutlich nicht das was sie soll...
Die Messung des Volt-Wertes an meinen beiden Boostsensoren ergab nun überraschenderweise unterschiedliche Ergebnisse, obwohl die Widerstände (wie oben beschrieben) innerhalb der Toleranz waren: Während der gelbe Sensor mit 2,994 Volt genau im Sollbereich lag, war der blaue Sensor mit 3,582 Volt erheblich drüber!
Natürlich baute ich nun den gelben Sensor ein und stellte prompt beim Probelauf fest, dass mit diesem die IgniTech Software vernünftig angesprochen wird und das Signal entsprechend verwertbar ist.
Des langen Textes kurzer Sinn:
Die Funktionsfähigkeit eines Boostsensors ist nicht alleine von den Widerstandsmessungen laut Werkstatthandbuch abhängig. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob das Röhrchen frei ist und ob ein korrektes Signal ausgegeben wird.
Für meine programmierbare Zündung muss ich nun messen, wie der angezeigte Unterdruck mit dem tatsächlichen Unterdruck am Anschluss für den Synchrontester zusammenhängt. Aber das ist ein anderes Thema. - Hier wollte ich nur mal die neuen Infos zum Boostsensor teilen.
Gruß
Reiner
P.S: Ich weiß nicht, wie man den Anschlussnippel des Sensors reinigen könnte ohne ihn zu beschädigen, habe aber festgestellt, dass sich bei meinen Sensoren ein Bindfaden ca. 18mm weit einführen lässt. Weil das bei beiden Sensoren gleich war, gehe ich davon aus, dass sie nicht verstopft sind.