Funktioniert mein Boostsensor/Lastsensor richtig?

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  • Ich schreib mal hier in ein neues Thema, was meine Nachforschungen zum Boostsensor ergeben haben. Dann kann es auch gefunden werden, falls mal jemand danach sucht.

    Bekanntlich sendet der Boostsensor, der im Werkstatthandbuch als Lastsensor bezeichnet wird, ein Signal an die CDI. Dieses Signal soll eine Zündverstellung bewirken. Die CDI kann dieses Signal natürlich nur richtig auswerten, wenn der Senor richtig funktioniert.

    Leider ist im Werkstatthandbuch nur ein Testverfahren beschrieben, welches die Widerstände der drei Anschlussklemmen beschreibt. Dieses Verfahren führte ich bei zwei Sensoren durch und stellte fest, dass alle gemessenen Werte im Soll liegen:

    Im Detail sah das so aus:

    1. Mein bisher verbauter Lastsenor (blaue Markierung)

    Klemme123
    1---1,8784,270
    21,878---2,403
    34,2692,404---


    2. Ein zweiter Lastsensor (gelbe Markierung)

    Klemme123
    1---1,7794,162
    21,778---2,395
    34,1612,395---

    So weit langweilig ;)

    Nun ist es so, dass das Signal des Boostsensors in der Software der IgniTech-Zündbox sichtbar gemacht wird und bei einem bestimmten Unterdruck (in kPa) ein bestimmtes Signal (in mV) ablesbar ist. So stellte ich fest, dass sich dieses Signal bei mir trotz unterschiedlicher Drehzahlen kein bisschen verändert, was mich wunderte.
    Ich fragte deshalb bei der Firma Ignitech nach, woran das liegen kann und bekam als Antwort eine mir bislang unbekannte Prüfanleitung, die aus einem anderen Kawasaki Werkstatthandbuch zu stammen scheint (vielleicht von der ZRX100, die denselben Sensor verbaut haben soll, wie die Zephyr).

    (Ich würde die Skizze hier einfügen, weiß aber nicht, ob ich das darf :rolleyes:. Wer sie braucht kann mir ja schreiben, es sei denn die Moderatoren sagen, dass ich es doch hier einstellen darf?)

    Jedenfalls wird dort einerseits darauf hingewiesen, dass der Anschlussnippel des Unterdruckanschlusses sauber sein muss (was ja logisch ist) und andererseits gibt es einen kleinen Prüfaufbau, der das Ausgangssignal misst, welches dann zwischen 2,95 und 3,05 Volt liegen sollte. Liegt der Wert außerhalb der Toleranz, macht die CDI vermutlich nicht das was sie soll...

    Die Messung des Volt-Wertes an meinen beiden Boostsensoren ergab nun überraschenderweise unterschiedliche Ergebnisse, obwohl die Widerstände (wie oben beschrieben) innerhalb der Toleranz waren: Während der gelbe Sensor mit 2,994 Volt genau im Sollbereich lag, war der blaue Sensor mit 3,582 Volt erheblich drüber!

    Natürlich baute ich nun den gelben Sensor ein und stellte prompt beim Probelauf fest, dass mit diesem die IgniTech Software vernünftig angesprochen wird und das Signal entsprechend verwertbar ist.

    Des langen Textes kurzer Sinn:
    Die Funktionsfähigkeit eines Boostsensors ist nicht alleine von den Widerstandsmessungen laut Werkstatthandbuch abhängig. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob das Röhrchen frei ist und ob ein korrektes Signal ausgegeben wird.

    Für meine programmierbare Zündung muss ich nun messen, wie der angezeigte Unterdruck mit dem tatsächlichen Unterdruck am Anschluss für den Synchrontester zusammenhängt. Aber das ist ein anderes Thema. - Hier wollte ich nur mal die neuen Infos zum Boostsensor teilen.

    Gruß
    Reiner

    P.S: Ich weiß nicht, wie man den Anschlussnippel des Sensors reinigen könnte ohne ihn zu beschädigen, habe aber festgestellt, dass sich bei meinen Sensoren ein Bindfaden ca. 18mm weit einführen lässt. Weil das bei beiden Sensoren gleich war, gehe ich davon aus, dass sie nicht verstopft sind.

    Je älter wir werden, desto schneller waren wir früher...

  • Für mich klingt die Beschreibung nach einem Drucksensor. Die drei Anschlüsse sind vermutlich für die Stromversorgung und das analoge Messsignal. Dann liegt es nahe, dass da drin etwas Elektronik verbaut ist. Diese wiederum kann trotz im Normbereich liegender Widerstandswerte ein falsches oder ungenaues Signal ausgeben.

    Nun die Frage: Gibt es hier einen elektronikaffinen 11er-Fahrer (ich bin keiner), der so einen Sensor schon mal seziert und deshalb mehr Info hat?

    Ein Motorrad kann nicht 4-zylindrig und 4-taktend genug sein :)

  • Plus, minus, Signal nach Druck und Spezifikation.

    Üblicherweise eine Membran und ein Piezo- oder kapazitiven Element im Sensor.

    Ich würde mal einen Messaufbau mit 12V Versorgung, einem Multimeter (am besten mit Zeiger) und einem Schlauch am Röhrchen, an dem man dann vorsichtig saugen muss. Der Unterdruck in einer Airbox ist wahrscheinlich nicht soooo groß.

    Dann müsste sich das Ausgangssignal ändern. Die Steigung/Steilheit in Abhängigkeit von Unterdruck dann in ein Koordinatensystem übertragen und du erhälst die Kennlinie des Sensors.

    Funktioniert halt in einer Airbox, aber nicht bei offenen Luftfiltern. Wie auch ohne Unterdruck...

  • Wie geschrieben habe ich einen solchen Sensor noch nicht in der Hand gehabt. Also den einer 11er.
    Meine Intention war, über den Sensor mehr herauszufinden um eine sinnvolle Testanweisung generieren zu können. Den Aufbau dazu hast du ja eben beschrieben. Man könnte das mit einer U-Pumpe und einem Referenzsensor machen.

    Aber, was sind richtige Werte?
    Man könnte einen, oder mehrere, vermessen. Aber, was ist ein gutes oder ein schlechtes Exemplar?

    Gibt es auf dem Sensor andere Markierungen nach denen man auf den Hersteller, z.B. Honeywell, schließen könnte?

    So lange man die noch von Kawa kaufen kann ist das aber eigentlich kein Thema...

    Ohne Messsignal müsste man eine Sensorsimulation machen. Fester Wert ist einfach. Dynamisch schon nicht mehr so.

    Ein Motorrad kann nicht 4-zylindrig und 4-taktend genug sein :)

  • Die Specs des Sensors kennt nur der Hersteller. Du kannst natürlich eine Reihenmessung machen und die Abweichungen prüfen, aber welcher gut oder weniger gut ist, ist dann noch zufällig.

    Japan mal anschreiben?

    Vielleicht kennt die Firma der Zündbox etwas mehr Details. Der Druckbereich moderner Sensoren liegt bei 5,5 bar, also doch mehr als ich erwartet habe.

  • Ich habe inzwischen Fotos einer Sezierung gefunden.
    Ist Elektronik drin. Das bedeutet, dass sich mit einer Widerstandsmessung höchstens ein NOK feststellen lässt, aber auch nicht immer, definitiv aber kein OK.

    Eine klare NOK Aussage kann mit dem Testaufbau mit Multimeter und vorsichtig am Schlauch saugen bekommen, wenn sich dann nichts tut. Aber so auch kein sicheres OK. Ist aber schon mehr.

    Ein Motorrad kann nicht 4-zylindrig und 4-taktend genug sein :)

  • Reiner ... schick mir bitte mal alle infos die du zum sensor hast! Würde ich mir mal gern in ruhe zu gemüte führen

    Ich habe Dir dazu mal eine PN geschickt.

    Und ich nehme an, dass Du die Beiträge zum Thema bei den Zephyrfreunden kennst?
    https://zephyrfreunde.de/phpBB3/viewtop…t=Boost#p154152.

    Am besten wäre es natürlich auf dem Prüfstand mit angeschlossenem Laptop die Werte in verschiedenen Lastzuständen zu checken.

    Je älter wir werden, desto schneller waren wir früher...

  • Die Fotos bei den Zephyrfreunden sind schon mal interessant.
    Ein Sensor, ein Verstärker und ein bißchen Peripherie.
    Leider keine Bezeichnungen zu Typen. Bleibt nur ein Versuchsaufbau.

    KI Recherche (ohne Gewähr):

    Der originale Mitsubishi-MAP-Sensor (Manifold Absolute Pressure) J9T01975 der Zephyr/VN1500 ist technisch gesehen ein Standard-Kennfeld-Drucksensor. Er arbeitet als analoger 1-Bar-Saugmotor-Sensor (0 bis 100 kPa Absolutdruck) mit einer typischen 5-Volt-Spannungsversorgung (aus der CDI) und liefert ein lineares Ausgangssignal zwischen ca. 0,5V und 4,5V an die CDI. Dabei liefert der Sensor bei ausgeschaltetem Motor (Normaler atmosphärischer Druck) ein Signal von 4-4,7 Volt, bei laufendem Motor soll durch den entstehenden Unterdruck im Ansaugtrakt die Spannung an der Signalleitung sofort auf ca. 1,0V bis 1,5V abfallen.

    Ein möglicher Versuchsaufbau (hier am Auto)

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    Das Originalteil Mitsubishi J9T01975, 21176-1066, ist nicht mehr lieferbar.

    Frage zur IgniTech-Zündbox: Bietet die Firma nicht auch einen Sensor, denn du anstatt des Boost-Sensors einsetzen kannst?

  • Hallo Bernd,

    ich bin nicht sicher, ob IgniTech einen anderen Sensor anbietet, erwähnt wurde das bislang nicht. Bisher ging es immer nur darum, dass der original verbaute Boostsensor korrekt funktionieren muss, um sein Signal nutzen zu können.

    Da mein zweiter Boostsensor diese Voraussetzung erfüllt und alle Funktionsprüfungen bestanden hat, darf er natürlich bleiben.

    Ignitech war übrigens der Meinung, dass der Sensor von der Original-CDI mit 8 V versorgt wird. Die TCIP4 versorgt ihn mit 5 V, was wohl ebenfalls Einfluss auf die empfohlene Konfiguration hatte.

    Vielleicht kommt es ja gelegentlich noch zu einem Prüfstandslauf, dann erfahren wir noch etwas mehr über den Boostsensor...

    Gruß
    Reiner

    Je älter wir werden, desto schneller waren wir früher...

  • Danke Reiner.

    Ein spannendes Thema. Da du die konfigurierbare Zündung einsetzt, bist du ja relativ frei in deinem Setup und kannst auch andere Sensoren testen.
    Aber mal schauen, vielleicht man ja noch jemand eine Messung mit der Unterdruckpumpe :)

    Viel Erfolg damit.

  • Auf jeden Fall spannend. Das Teil wurde nie richtig wahrgenommen und keiner konnte Prüfen.

    Weiter so!

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