Hallo zusammen,
heute möchte ich Euch von meinem Umbau auf die IgniTech Sparker TCIP4 an meiner Elfer berichten. Vielleicht hilft der Bericht dem einen oder anderen, der ebenfalls über eine programmierbare Zündung nachdenkt.
Als Ersatz für die originale CDI bietet der tschechische Hersteller IgniTech mit der Sparker TCIP4 eine frei programmierbare Zündbox an. Damit lassen sich Zündkennfelder individuell anpassen, beispielsweise an unterschiedliche Kraftstoffqualitäten oder Motorumbauten. Eine wundersame Leistungsverdoppelung sollte man erwarten, der Vorteil liegt in den erweiterten Einstellmöglichkeiten und der Möglichkeit, die Zündung exakt auf den eigenen Motor abzustimmen.
Die Idee zu diesem Umbau entstand zunächst aus Reiner Neugier. Nachdem ich mit einer leicht in Richtung Frühzündung verdrehten Zündplatte bereits gute Erfahrungen gemacht hatte, wollte ich wissen, ob mit einer frei programmierbaren Zündung noch etwas mehr geht. Außerdem ist die TCIP4 natürlich auch eine interessante Option, wenn die Original-CDI mal die Grätsche machen sollte...
Ich habe die TCIP4 für 213 € gekauft, das passende Adapterkabel später für weitere 32 €. - Viel günstiger ist eine Original-Ersatzteil auch nicht.
Geliefert wird die Zündbox mit einer vorkonfigurierten Datei für die Zephyr, einer brauchbaren Anleitung, den benötigten Steckern und Pins sowie einer PC-Software auf CD zum Bearbeiten und Aufspielen der Konfiguration. Das USB-Programmierkabel muss ggf. separat bestellt werden.
Montage
Für viele Motorräder gibt es fertige Adapterkabel, sodass der originale Kabelbaum unverändert bleiben kann. Die Händler, bei denen ich zunächst nachgefragt hatte (Bike-Side und Saar-Bike), konnten mir für die Zephyr leider keinen Adapter anbieten.
Deshalb habe ich zunächst die originalen Steckergehäuse entfernt, die Leitungen etwas verlängert und die IgniTech-Stecker selbst angecrimpt. So konnte ich den Originalzustand später bei Bedarf wieder herstellen.
Zusätzlich habe ich mir eine kleine Trägerplatte aus Alu angefertigt, auf der die TCIP4 an der Position der Original-CDI untern linken Seitendeckel befestigt werden kann.
Auf dieser Platte sitzt außerdem ein kleiner Umschalter für zwei verschiedene Kennfelder. Das ist nicht zwingend nötig, aber ich wollte das haben, um jederzeit unterwegs zwischen einem seriennahen Kennfeld und einer etwas sportlicheren Abstimmung für 100- bzw. 102-Oktan-Kraftstoff umschalten zu können. - Zum Beispiel für den Fall, dass mal kein hochoktaniger Sprit verfügbar sein sollte.
Unterstützung durch IgniTech
Eigentlich sollte der Einbau eine recht einfache Angelegenheit werden. In der Praxis tauchten jedoch einige Fragen zur Verkabelung und insbesondere zur Einbindung des Boost-Sensors auf, die sich nicht ohne Weiteres beantworten ließen. Zumal ich ja in Bezug auf die Elektrik ziemlich talentfrei bin...
So ergab es sich, dass ich mich mangels Unterstützung durch den Händler, irgendwann direkt an IgniTech in Tschechien gewandt habe. Dort erhielt ich innerhalb kurzer Zeit äußerst kompetenten Support:
Neben Fotos der vollständigen Pinbelegung eines offensichtlich real existierenden Adapterkabels (!) bekam ich eine aktuellere Konfigurationsdatei für die Zephyr, welche den Boostsensor unterstützt. Ich bestellte das Adapterkabel natürlich sofort direkt beim Hersteller.
Gerade dieses Adapterkabel war im Nachhinein eine enorme Erleichterung. Zum einen entfällt das Crimpen der sehr filigranen Kontakte, zum anderen lässt sich jederzeit innerhalb weniger Minuten wieder die Original-CDI anschließen. Gerade bei der Fehlersuche (oh ja, die gab es 🙂) war das ausgesprochen hilfreich.
Der Boostsensor bzw. MAP-Sensor
Ein weiterer großer Vorteil der aktuellen Software ist die Unterstützung eines MAP-Sensors. Damit ist die Zündung nicht mehr nur drehzahlabhängig, sondern berücksichtigt zusätzlich den Lastzustand des Motors. Man arbeitet also nicht mehr mit einer einfachen Zündkennlinie, sondern mit einem echten dreidimensionalen Zündkennfeld.
Was ich heute anders machen würde, bzw. was Ihr Euch sparen könnt
Nach den gesammelten Erfahrungen, würde ich natürlich jedem raten das Adapterkabel sofort mit zu bestellen. Es spart viel Arbeit und ermöglicht jederzeit einen schnellen Rückbau auf die originale CDI.
Außerdem würde ich von Anfang an eine aktuelle Konfigurationsdatei direkt von IgniTech verwenden. Die ursprünglich mitgelieferte Zephyr-Konfiguration funktioniert zwar grundsätzlich, doch die neuere Version enthält einige Verbesserungen.
Fazit
Meine Zephyr spricht im mittleren Drehzahlbereich etwas spontaner an und dreht subjektiv etwas freier hoch als mit der originalen CDI. Der Unterschied ist nicht riesig, aber durchaus spürbar.
Der Umbau ist - besonders mit mit dem Adapterkabel - für jeden gut machbar.
Ein großes Lob möchte ich für den Support der Leute von IgniTech aussprechen. Das war der Durchbruch und plötzlich ging alles ganz einfach ![]()
Falls jemand den Umbau ebenfalls plant und Fragen dazu hat, helfe ich gerne weiter.
Fotos
Halteplatte mit Schalter und TCIP4.webp