Schwingenlager wechseln 750er - Tipps und Tricks

  • Hallo,

    meine Zephyr bekommt eine andere Schwinge mit angeschweißten Halterungen für Bobbins.
    Die neue gebrauchte Schwinge soll vor dem Einbau neue Schwingenlager bekommen.

    Für diesen Umbau wäre ich für Tipps und Tricks dankbar.

    Was gibt es da zu beachten?
    Wie baut man die Lager aus und wie ein?
    Bezugsquellen für die Lager?

  • Das WHB beschreibt den Weg mit einem speziellen Werkzeug zum Lager ziehen und Lager einbauen.
    Sicher, dass sie kaputt sind oder willst du nur proforma wechseln?

    Ich meine, die Lager sind Standard-Industrielager, zwei Koyo BM2824 oder Alternative.
    Besorg die bei deinem Haus- und Hof-Eisenmann. Staubkappen nicht vergessern.

    Du kannst auch die ausgebaute Schwinge mit oder ohne neue Lager mit Achse in die Werkstatt zum Ausbau bringen. Die haben Werkzeug und Know-how und es ist ausgebaut eine Kleinigkeit und nichts wird vermurkst.

  • Die Lager sind 30 jahre alt und mit unbekannter Laufleistung.

    Die Lager mit Staubkappen kosten beim Kawa Teile Dealer 36€. Eine einfache Entscheidung finde ich.
    Da such ich nicht lange rum.

    Den Aus und Einbau bekomme ich dank einschlägiger Berufsausbildung bestimmt selbst hin.
    Steuerkopflager und Gabelwartung hab ich auch schon gemacht.

    Aber Tipps von jemanden der das schon gemacht hat schaden nie. ^^

  • Moin,

    wenn die Schwinge schon draußen ist würde ich auf alle Fälle die Lager wechseln, habe ich beim letzten Kettenwechsel auch so gemacht.

    Du schreibst Du bist handwerklich versiert, dann ist das kein Ding.

    Teile vom Kawadealer für das Geld ist ein Schnäppchen, also machen.

    Ich würde noch einen neuen Schwingenschleifschutz besorgen, sofern lieferbar, bei der 7,5er weiß ich es nicht.

    Nach dem Einbau mit dem Schmiernippel abschmieren nicht vergessen und danach das ausgetretene Fett an den Simmerringen abwischen.

    Aber was erzähle ich, wenn Du schon die Steuerkopflager gewechselt hast.

    Viel Erfolg.

    ZEPHYR-Wer keine hat, ist selber schuld!
    Loud is out, but sound is in!

  • Die Lager, analog den Lenkopfschalen , mit einem langen Rundeisen ausschlagen.

    Mit Gewindestab und passenden Scheiben einziehen. Siehe Bild.

    Ja, so hab ich mir das gedacht.

    Kettenschleifer scheint es nicht mehr zu geben.... Eine Quelle will da 50 Öhre dafür8|
    Bissel viel finde ich. Da lässt sich doch bestimmt auch was draufkleben oder so.

  • Der Schwingenschutz der 750er sollte lieferbar sein => 55020-1383

    Kawasaki baut keine Nadellager, sondern verwendet Koyo BM2824. Insofern geht jedes gleich spezifizierte Lager, kostet aber nicht das Fünffache.
    Gleiches gilt für Radlager, nur das die RS Versionen besser sich als der orange Kawa Standard.

    Nachtrag:

    Zitat

    Die Lager mit Staubkappen kosten beim Kawa Teile Dealer 36€. Eine einfache Entscheidung finde ich.
    Da such ich nicht lange rum.

    Das Lager 920461202 kostet pro Stk. 29,44€, die Staubkappe 8,88€. Das x 2 ergibt 76,66€ plus Versand.
    Bei VWMT (Volker) gibt's den Satz für 40€. Dürfte OEM sein.

    Ein bißchen Suchen kann sich lohnen, aber jeder, wie er mag.

  • Hallo, aus eigener Erfahrung: bei manchen, vielleicht allen 750ern ist die Schwingenachse zu kurz. Beim Festschrauben wird der Rahmen verspannt. Ein weiteres Problem ist seitliches Spiel der Schwinge auf der Achse. Das wurde auch in der Motorradzeitung 22/1992 beim 50.000km Test auf Seite 41 geschrieben. Beides führt zu Pendelneigung. Es gibt zwei Lösungen: Ausdistanzieren der Schwingenachse mit Passscheiben 20/28mm und Ausdistanzieren der Schwinge mit Passscheiben 28/40mm. Die hochwertige Lösung: Die Luft an der Schwingenachse bei gelöster Schraube mittels Fühlerlehre ermitteln und die Schwinge an Emil Schwarz schicken. Dort wird die Schwinge axial und radial spielfrei gemacht, mit Achse in passender Länge. Die billige Lösung habe ich bei meiner 92er Zephyr gemacht und die hochwertige Lösung bei meiner aktuellen Zephyr D1 Bj. 1996.

    Grüße
    Knut Schmidt

  • Das Problem des verspannten Rahmens sieht man beim ersten Kettenwechsel. Das fällt auf.

    Die Lösung mit den Passscheiben kenne ich auch, die gibt's ab 0,1mm Dicke. Ist mit viel Gucken beim Kettenwechsel verbunden, aber eine spotbillige Lösung.

    Wie wird bei Schwarz die Schwinge bearbeitet? Wird etwas aufgeklebt?

  • An Bernd: Ich kann sagen, was ich von außen feststellen konnte: Die Achse war neu und länger und minimal dicker und die Schwinge war auf der Achse nicht mehr verschiebbar.
    An Isekram: Im Originalzustand hat die Schwinge mehr oder weniger viel Spiel. Radial und vor allem axial. Das verändert sich nicht durch den Ausbau und Wiedereinbau. Aber eine andere Schwinge könnte besser oder schlechter sein. Oder gleich.

  • Die Schwingeachse wird mit 109Nm !!! angeballert.

    Warum sollte der Rahmen da noch Spiel an der Achse haben wenn das vorher gepasst hat?

    Mag sein dass der Rahmen etwas auf macht, aber das sollte doch auch wieder zu gehen.

    Oder verstehe ich da was falsch?

  • Ausm caferacer-forum von onkelheri » 24. Mai 2020

    "Schwinge Zephyr 750

    Stelle das Maß des Seitenspieles mit einer Fühlerblattlehre fest und ersetze die Scheibe 41065 entsprechend durch Beipacken oder ganz Austausch. Hierbei aber wenigstens 0,05mm = 5/100mm abziehen. Das mit dem Anzugsmoment ist so eine Sache... wenn alles neu gelagert und geschmiert ist ... nun dann ist der älteste Rat aus der Ferne (in der Praxis vermesse ich das genau und ziehe oft nur mit 30 - 40 Im an) wie folgt: die Schwinge in der oberen Position (OHNE DÄMPFER) mit dem Anziehen der Achse leicht klemmen, und dann soweit lösen das sie von alleine herunterklappt. Das klappt auch in der libyschen Wüste... Allerdings sollte die Achsmutter dann extra gesichert werden ... Draht, Loctite oder Sicherungsmutter...

    Also wenn die Schwinge geklemmt wird, dann liegt was im Argen und man sollte das nicht dadurch beheben dass man mit nicht richtig festgezogener Schwingenachse rumfährt. Die Konstruktion sieht vor, dass der Lagerinnenring (42036B) starr mit dem Rahmen verbunden ist (d.h. zwischen den Unterzügen geklemmt wird) und keine Relativbewegung zwischen den beiden auftreten kann. Um das sicherzustellen muss die Achsmutter hinreichend fest angezogen werden. Die Schwinge ist dann immer noch schmal genug um sich frei zwischen den Rahmenunterzügen drehen zu können, aber offenbar hat Kawasaki hier ein bisschen viel Sicherheit (Axialluft) eingebaut.

    Die Zephyr hat Nadellager und nein, sie benötigt auch keine Passscheiben. Ziehe sie mit 88 Nm fest und gut ist.

    Nadellager - gibt 2 Lösungsvarianten: bis ca. 1mm Spiel: Rahmen zusammenziehen; über 1mm Spiel mittels Distanzsscheiben Spielfrei ausrichten. So hat Kawa das in den 90ern auch gemacht ....ist ein bekanntes Problem bei der 750er.

    Zitat WHB der Zephyr 750
    Anziehmoment - Schwingenlagermutter: 109 Nm (11,0 mkp) mitgebrachtes WHB: 93 Nm.

    Man merkt erst wenn man die Schwinge ausdistanziert, wie sich das Fahrverhalten um Längen verbessert."

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