Vorspannhülsen Zephyr 550

  • Servus ihr Biker,

    hat jemand Erfahrungen damit, bei der Zephyr 550 die Vorspannhülsen mit längeren zu tauschen? Zur Zeit ist mir die Federung vorne viel zu weich, vor allem seitdem ich Sinter Bremsbeläge fahre. Da ist die Gabel ziemlich unruhig weil sie teils beim Bremsen komplett durchschlägt. Ich weiß dass ich natürlich auch andere Federn einbauen könnte, aber ich möchte eigentlich zuerst mal die Low Budget Variante ausprobieren.

    LG Pete

  • Da sich die Federrate (mm/kg) nicht ändert, kommt die Front mit längeren Hülsen nach oben, aber der Negativfederweg wird kritisch klein und du hast nicht viel gewonnen.

    Härte oder progressive Federn sind die einzige Lösung.

  • Hallo Pete, zuerst solltest du schauen, wie weit die Gabel einfedert, wenn du auf dem Motorrad sitzt. Wenn es mehr als 40mm sind, kannst du die Federn etwas vorspannen. Außerdem wird die Gabel auch zu weich, wenn zu wenig Öl drin ist. Low Budget und wirksam wäre, den Ölstand zu erhöhen. Dann ist das Luftpolster kleiner, das ja beim Einfedern komprimiert werden muss. Somit wird die Gabel progressiv härter und federt beim Bremsen nicht mehr so weit ein.

  • Knut,

    das sind rein "gefühlte" Werte.

    Ein kleines Luftpolter verhält sich auch LINEAR und nicht progressiv, ebenso die Kombination aus linearer Feder mit linearem Luftpolster.
    Physikalische Gasgesetze gelten hier ebenso wie Federhärten als MaterialKONSTANTEN.
    Ein zu kleines Luftpolster geht sogar auf Block, weil Flüssigkeiten nicht komprimierbar sind, das führt im Zweifelfall zum Block und zum Sturz.

    Solange Pete keine japanischen 60kg auf die Waage bringt, ist die Gabel überfordert. Per Serie.
    Das ist auch der Grund, warum mal kaum noch jemanden mit originalen Federn in der Zephyr in Deutschland sieht.

    Ich bleibe bei meiner Empfehlung und einmal in die Tasche greifen, einmal die Sauerei mit dem Gabelöl machen und dann ist Ruhe.
    Aber jeder, wie er mag.

  • Genauso ist es, für 140€ bekommst Du von YSS Federn und Öl und dann hat das Hand und Fuß.

    Und das wäre dann die Low Budget Variante, ansonsten Gabel komplett überholen, dann wird es doppelt bis dreimal so teuer.

    ZEPHYR-Wer keine hat, ist selber schuld!
    Loud is out, but sound is in!

  • Lieber Knut,

    was soll mir das sagen?

    Wilbers empfiehlt lineare Federn für die Rennstrecke, da geht's ohne Buckel und Löcher in der Straße mehr oder weniger im Kreis.

    Progressive Federn sind Allrounder, so wie öffentliche Straßen halt gebaut sind.

    Natürlich kann man auch lineare Federn auf öffentlichen Straßen fahren, aber nicht mit einer Federrate für "leichte kleine" Japaner. Sind die Federn härter, funktioniert es sicher auch, aber eben nicht in Werksausführung nach 30 Jahren.

    Das Spiel mit dem Luftpolster, der Viskosität oder sogar einem Luftventil (GPZ) sind Stellschrauben, aber lösen nicht das Grundproblem.

  • Ich muss noch etwas korrigieren.

    Der Druck in einem Luftpolster/einer Luftkammer steigt exponentiell, nicht linear, wie bei einem Kolbenhub in einem Zylinder.

    Trotzdem würde eine größere oder kleinere Luftkammer in der Gabel nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

    Aber hier ging es um eine längere Hülse, die die originale Feder vorspannt. Damit verändert sich das Verhältnis Positiv- zu Negativfederweg, wenn ich das richtig denke. Da die Federrate konstant vom Material abhängig ist, taucht sie beim Bremsen um das gleiche Maß ein.

    Die Viskosität des Öls bestimmt dabei Ein- und Ausfedergeschwindigkeit, da die Gabel sehr simpel konstruiert und ohne Ventile daher kommt.

    Pete, was wirst du tun?

    Mit neuen progressiven Federn oder auch linearen Federn mit höherer Federrate und neuem Öl fährst du ein neues Moped. Jeder, den ich kenne, hatte dieses Erlebnis.

    Wenn du Werkzeug hast, zerleg die Gabel, mach neue Teflon- und Simmerringe rein und alles ist gut. Nach so vielen Jahren ist einiges verschlissen.

  • Danke für die ganzen Antworten in der kurzen Zeit :) Ich hatte schon Zweifel ob die Variante was bringen würde, aber das hat sich jetzt bestätigt. Dann werde ich mir neue Federn kaufen und die einbauen. Simmerringe sind erst vor paar Monaten bei mir neu gekommen als ich das Motorrad aus seinem 13-jährigen Schlaf erweckt hab. Die Distanzhülsen hab ich schon ausgebaut und könnte die neuen Federn jetzt theoretisch doch ohne Ausbau der Gabel wechseln? Habe auf YouTube auch paar Videos gefunden wo Leute das so machen, das Öl ist auch erst bei der Revision neu gekommen. Kann ich dann einfach die neuen Federn so einsetzen?

  • Klare Ansage .... leider die bittere Wahrheit:

    -Originalfedern sind zu weich

    -progressive Federn verhindern nur das Durchschlagen

    -die Federvorspannung ändert NUR das Fahrzeugniveau

    -die Dämpfung ist von der Viskosität abhängig aber immer ein beschissener fauler Kompromiss von fixer zug&druckstufe

    -Luftkammer macht was aus aber nicht die welt.

    Fazit: willst du wirkliche Verbesserung musst du an die Dämpfung ran! Wenn du mehr wissen willst und bereit bist Geld zu investieren melde dich!

    :sshithappens: --- Grüße aus Bayern --- :swarsnicht:

  • 750R Ja, Dämpfung ist wichtig, aber Federn, Vorspannung, Öl und Luftkammer sind jedoch für das technische Zusammenspiel essenziell.

    • Progressive Federn beeinflussen Lastverteilung, Feedback und Arbeitsbereich der Dämpfung massiv
    • Federvorspannung verändert Negativfederweg und damit das Ansprechverhalten
    • Luftkammer beeinflusst die Endprogression und Bottom-Out-Charakteristik


      Insofern denke ich, dass mir neue (progressive) Federn ausreichen um das Fahrverhalten deutlich zu verbessern ;)

  • Ich denke auch für Dich reicht es neue progressive Federn und neues Öl einzubauen, Du wirst begeistert sein wie sich das Fahrverhalten verbessert.

    Das ist dann die günstigste und effektivste Lösung.

    Was ich noch zur Federvorspannung ergänzen möchte aus eigener Erfahrung.

    Ich habe auch schon meine progressiven Zubehörgabelfedern mit 2 cm unterlegt.

    Und ja das Niveau wird etwas angehoben, aber auch das Ansprechverhalten wird minimal verändert, dadurch das die weichere Wicklung jetzt schon etwas vorgespannt ist.

    Das Gleiche habe ich hinten mit meinen Öhlins gemacht, nur hier habe ich die Vorspannung etwas zurückgenommen und dadurch wurden die etwas weicher.

    So meine „Erfahrung“.

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